Unsere Reise nach Süd-Ost-Asien
Unsere Erlebnisse, Eindrücke und Empfindungen auf einem für uns noch geheimnisvollen Kontinent

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Sonntag, 10. Oktober 2010

Wie erleben wir Bali?

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Auf Bali angekommen, haben wir sofort bemerkt, dass wir immer noch in Indonesien sind.
Wir hatten uns entschlossen, die Touristengebiete um Denpassar zu meiden und uns Bali etwas abseits davon anzusehen. Wir haben die Ursprünglichkeit dieser Insel gesucht.
Unser Zimmer in Ubud hatte Katharina von Flores aus gebucht, hier wusste niemand etwas davon. Was uns dann angeboten wurde, war mit einem Wort unzumutbar. Also los und auf Zimmersuche. Wir hatten Glück und bekamen im 3. Versuch ein teures, aber brauchbares Zimmer. Also sind wir am nächsten Tag auf die Suche gegangen und haben in einem Home Stay ein schönes Zimmer gefunden, leider ohne Wireless LAN. Also müssen wir jetzt wieder ins Internet Cafe. Wer also dringend etwas von uns möchte, sollte eine SMS schreiben oder Zeit für die Antwort haben..
Bali ist so ganz anders als Flores, es ist eine Touristeninsel. Die Menschen verstehen etwas vom Handwerk, die künstlerischen Fähigkeiten sind unübersehbar. Farben und äußere Schönheit spielen bei den Menschen eine große Rolle.
Der Hinduismus ist hier die Hauptreligion. Das sehen wir an den vielen Opfergaben, die vor jeder Haustür stehen. Viele Menschen sind damit beschäftigt, Körbchen mit diesen Opfergaben, bestehend aus Blüten und Tabak, aber auch Reis oder Nudeln, Bonbons oder Snacks herzustellen und aufzustellen. Aber auch Geld ist hier zu finden. Bei jedem Körbchen ist ein Räucherstäbchen eingesteckt, sodass ein Spaziergang durch die Strassen immer von unterschiedlichen, aromatischen Düften begleitet wird.
Die Ursprünglichkeit dieser Insel ist nur noch zu sehen, wenn man genauer hinschaut. Es gibt viel moderne Architektur, in Gebäuden und Tempeln abseits der Hauptstraßen ist die balinesische Kunstfertigkeit und Baukunst aber noch stark vertreten. Gerade die Home Stays versuchen sich nicht an den Stil der modernen Hotels anzupassen, sondern im alten Stil ihre Häuser zu erhalten. Beispiele sind die kunstvollen Verzierungen an unserem Zimmer. Hier hat der Besitzer „I Ketut Balloon“ seinem Home Stay (HIBISCUS Cottages, Beautiful Balinese Style Houses, Bisma Street, 80571 Ubud, Phone 0361-970475, E-Mail: hibiscuscottages@hotmail.com) eine besondere Note verliehen. Wir können diese Unterkunft nur weiter empfehlen. Es gibt ein gutes und ausreichendes Frühstück und das Preis-, Leistungsverhältnis stimmt hier mit einem Übernachtungspreis von 300 Tsd. bis 400 Tsd. Rp ebenfalls noch.
Auf unseren Streifzügen durch Ubud haben wir neben einem Starbucks Cafe eine wunderschöne Anlage mit Lotusblumen entdeckt. Hier genießen wir in Ruhe unseren Kaffee.
Unsere erste Rundreise durch Bali haben wir hinter uns. Es war beeindruckend zu sehen, wie die Menschen ihre Religion leben. Die Tempel sind alt und voller Grünspan. Sehr ungezwungen und dennoch ehrfürchtig, werden diese Anlagen genutzt um den vielen Göttern ihre Opfergaben darzubringen. In einer Tempelanlage sprudelt Wasser aus dem Boden. Dieses Wasser gilt als heilig, die Menschen legen ihre Opfergaben ab und baden anschließend im heiligen Wasser.
Der Vulkan Bantu ist eine große Touristenattraktion. Hier steht ein Restaurant neben dem anderen. Da es bei unserem Besuch regnete, konnten wir den Berg nur kurze Zeit wolkenfrei sehen.
Auf dem Rückweg haben wir technisch sehr klug angelegte und schöne Reisterassen gesehen. Weiter hat jedes Dorf sein eigenes Handwerk, Holz, Metalle oder Stoffe.
Die Dörfer gehören Stämmen, oder Großfamilien und sind in sich abgeschlossene Einheiten. Fast jedes Dorf ist von einer Mauer umgeben und hat viele Tempelanlagen und Gebetsstätten. In diesen Anlagen findet sich der Reichtum der Familien wieder.
Armut, wie wir sie vielfältig auf Flores gesehen haben, ist hier nicht offensichtlich. Sicherlich gibt es auch arme Menschen, diese fallen aber nicht auf.
Aus den vielen Informationen über diese Insel haben wir uns nun für Morgen eine eigene Tour zusammengestellt und werden für rund 30,- € für Fahrer und Auto in den Norden der Insel aufbrechen.
Im Telefongespräch mit Deutschland haben wir erfahren, dass dort die Sonne scheint. Hier ist es fast immer am regnen.
Wir verfolgen seit Monaten die Blogs von Annette und Andreas, die auch in Südostasien unterwegs sind. Wir können zustimmen, dass Bali eine teure Insel ist. Der Tourismus hat hier deutliche Spuren hinterlassen.

1. Günter in einer Tempelanlage



2. Der Gunung Kawi Tempel


3. Im Inneren der Tempelanlage


4. Die heiligen Quellen

5. Vulkan Batu


6. Die Reisterrassen




7. Katharina im Regen









8. Körbchen mit Opfergaben


9. Opfergaben









10. Bei Starbucks





11. Lotusgarten









12. Eingang unseres Home Stay




Freitag, 8. Oktober 2010

Wir haben noch einen Koffer auf Flores

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Viele unserer Blogfreunde kennen sicherlich das Lied von Hildegard Knef, „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“. Wir haben uns den Titel ausgeliehen und umgeschrieben auf „Wir haben noch einen Koffer auf Flores“. So haben wir immer die Möglichkeit zurückzukehren.
In den letzten Wochen auf Flores haben wir viele Menschen kennen gelernt, die uns durch ihre Arbeit auf der Insel sehr beeindruckt haben.
Dazu gehört wohl als erster Pater Heinrich Bollen, der vor über 50 Jahren begonnen hat, sich um die Belange der Menschen auf der Insel zu kümmern. Unermüdlich hat er nicht nur als Seelsorger gearbeitet, sondern hat auch soziale, politische und landwirtschaftliche Projekte und Initiativen ins Leben gerufen. Er hat in diesen Jahren versucht Veränderungen zu bewirken, was ihm sicherlich auch in vielen Bereichen gelungen ist. Im Sea World Club, den er vor vielen Jahren von italienischen Besitzern gekauft hat, ist er die graue Eminenz.
Pater Klaus hat seine Aufgabe ebenfalls im seelsorgerischen Bereich. Seit 35 Jahren arbeitet er auf Flores in festen Projekten, wie der Aufforstung von Wäldern im Quellbereich der Flüsse. Erwähnenswert sind sicher seine andauernden Auseinandersetzungen mit der Regierung in Maumere zum Thema Müllentsorgung. Er hat dies zu einem seiner Hauptthemen gemacht. Ohne ihn würde wohl niemand mehr aktiv an einer sauberen Insel arbeiten. Er hat noch viele Pläne für die Zukunft, unter anderem will er sich um Wiegeprogramme für unterernährte Kinder kümmern.
Trixie ist eine Indonesierin, die an vielen Fronten kämpft. Sie hat Untersuchungen der Bevölkerung von Flores auf Malaria eingeleitet und die Krankheit eingedämmt. Sie bekämpft diese Krankheit genauso vehement wie das Denguefieber. Sie hat das deutsche OP Team nach Flores geholt und macht Arbeit in vielen sozialen Einrichtungen. Über die Stiftung Yaspem fördert sie Projekte für Aus- und Weiterbildung auf der Insel. Weiter ist Trixie die Geschäftsführerin im Sea World Club.
Anna ist seit kurzem auf der Insel und hat ihren Abschluss Bachelor in Humanbiologie. Sie ist für 5 Monate auf Flores um ein Praktikum zu machen. Ihr Ziel ist es, Trixie zu unterstützen und die Malaria auf der Insel zu bekämpfen. Dazu untersucht sie die Reaktion von Mückenlarven auf unterschiedliche biologische Bekämpfungsmittel. Weiterhin leistet sie Aufklärungsarbeit in Schulen und anderen Einrichtungen der Insel.
Das deutsche OP Team war mit 8 Personen für 3 Wochen mit kompletter OP-Ausrüstung auf der Insel um über 40 Kinder zu operieren, die an Hasenscharten und Wolfsrachen litten. Eine Arbeit die alle Teilnehmer auf freiwilliger Basis und mit eigenem Urlaub geleistet haben.

Netty und Franz haben wir erst wenige Tage vor unserer Abreise kennen gelernt. Immer wieder sind wir in den Wochen vorher auf den Namen Netty gestoßen, die neben einer Naturapotheke, die von ihr mitgeleitet wird, viele andere Aufgaben auf der Insel hat. Sie geht mit ihrer Apotheke in die Dörfer um die Menschen vor Ort gesundheitlich zu unterstützen.
Sie ist die Initiatorin und Gründerin einer Bibliothek, die mittlerweile über mehr als 3000 Bücher verfügt.
Netty hat mit ihrem Ehemann Franz 13 Jahre in Deutschland gelebt und hat eine Tochter. Veronika ist heute 14 Jahre alt. Ihr Ehemann Franz ist ein Westfale, der aus Büren bei Paderborn stammt. Ein weiter Grund für mich den Kontakt zu suchen.
In den wenigen Tagen, die wir mit Netty und Franz zusammen verbrachten, haben wir einen engen persönlichen Kontakt aufgebaut und können beide als Freunde bezeichnen.
Und nun kommt der Koffer ins Spiel. Um einen Grund zu haben, nach Flores zurückkehren zu können haben, wir bei den beiden einen Koffer zurück gelassen.
Morgen werden wir unsere Zelte hier endgültig abbrechen und nach Bali fliegen. Dort werden wir etwa eine Woche verbringen und am 15.10. weiterfliegen nach Katmandu. Dort beginnt dann unser großes Treckingabenteuer im Himalaja.
Jetzt noch eine Bitte - schreibt doch Kommentare unter die Berichte oder eine Mail an uns persönlich. Wir freuen uns über jeden Kontakt. Wir nehmen stark an, dass in den USA Erin unsere eifrige Leserin ist. Viele Grüße nach Amerika. Aber wer liest unsere Blogs so regelmäßig in Bangladesh oder den anderen Orten der Welt – meldet euch doch einmal.
Dies ist für dieses Jahr unser letzter Bericht von Flores, demnächst geht es weiter von Bali.
Wir würden uns übrigens freuen, wenn wir mehr von den eifrigen Lesern unseres Blogs hören würden.

Montag, 4. Oktober 2010

Umsiedlung, Salzkochen, mein Geburtstag

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Draußen an den Tauchplätzen fiel uns auf, dass auf fast jeder noch so kleinen Insel Fischerdörfer entstehen. Bei dem Tsunamie 1992 sind die alten Dörfer auf den Inseln alle zerstört worden, über 2000 Menschen sind hier ums Leben gekommen.


Wir hatten schon geschrieben, dass ein Teil der Überlebenden durch die Regierung in Notsiedlungen in den Bergen angesiedelt wurden, viele andere wurden in großen Dörfern auf Flores zusammengefasst. Damit wurde den meisten ihre Lebensgrundlage, das Fischen, entzogen. Die Angst wieder in ihre alten, zerstörten Dörfer zurückzukehren war sehr groß, auch weil die Regierung dies aus Sicherheitsgründen verboten hatte.



Heute ist zu sehen, dass viele Fischer dieses Verbot ignorieren und nach 18 Jahren auf ihre alten Inseln zurückkehren und wieder ihrem Beruf nachgehen. Damit hat eine neue, mühsame Besiedelung begonnen. Die Menschen müssen das gesamte Baumaterial mit ihren kleinen Fischerbooten von Maumere auf Flores auf ihre Inseln bringen. Eine mühsame Arbeit, die aber von immer mehr Menschen geleistet wird, um wieder zum alten Leben zurückkehren zu können.



Als wir nach einem Tauchtag wieder im Hafen (eine Anlegestelle im Sand) ankamen, nahmen wir uns die Zeit, uns das Fischerdorf anzusehen. Die meisten Menschen die hier leben sind Moslems, Fischer die allein vom Fischfang nicht leben können. Daher ist ein zweites Standbein zum Lebensunterhalt das Salzkochen zur Salzverfeinerung. In großen Kübeln wird in Meerwasser getrocknetes, grobkörniges Salz gekocht. Das grobe Salz ist unsauber, beim Kochvorgang werden diese unsauberen Bestandteile des grobkörnigen Salzes abgeschöpft, sodass feines und sauberes Salz übrig bleibt. Dieses ist eine schwere Arbeit für die Frauen, da über offenem Feuer gekocht wird. Den ganzen Tag stehen die Frauen im Rauch dieser Feuer, viele können ihre Augen gar nicht mehr öffnen, es ist eine sehr gesundheitsschädliche Arbeit.


Wenn die Frauen nicht am Feuer sitzen, fertigen sie Dachabdeckungen an. Diese werden in einer Größe von 2m Breite und ca. 60cm Höhe aus Palmblättern geflochten. Diese Abdeckungen werden dann eng auf die Dächer der Häuser aufgelegt und miteinander vernäht. Diese Dächer sind absolut regendicht.


Meinen 56. Geburtstag habe ich auf Flores gefeiert. Natürlich wollte ich diesen Tag so unauffällig wie möglich verbringen. Wir haben in den letzten Wochen einen sehr guten Kontakt zu den Menschen hier aufgebaut und diese hatten beschlossen am Abend eine Geburtstagsfeier auszurichten. Es war die Folkloregruppe aus Weiara da und hat Musik gemacht. Alle Staff Mitglieder die am Ort waren haben Geburtstaglieder gesungen. Viel gratulieren und Hände schütteln war angesagt. Obwohl ich erst nicht wollte, war es ein schöner Abend. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle, die an meinen Geburtstag gedacht haben, per Mail, SMS oder Telefon. Über die Grüße von den 4 Thüringern habe ich mich sehr gefreut – der Egon verbindet.




1.Salzkochstelleim Fischerdorf




2. ausgekochtes Salz 560




3. Salzkocherin bei der Arbeit

4. Urwald in dem sich die Fischer neu ansiedeln



5. mein Geburtstagsstrauß



6. Die Geburtstagsband

7. Geburtstagsständchen




8. Anschneiden Geburtstagskuchen


9. Gruppenfoto mit Gratulanten

Donnerstag, 30. September 2010

Elisabeth Nona Yanti, unser Patenkind

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Vor zwei Jahren haben wir uns entschieden, über die Organisation Plan ein Patenkind aus Indonesien zu unterstützen. Schon damals hatten wir die Idee, das Mädchen dann auch zu besuchen. Ein Monat vor Abfahrt haben wir Plan über unseren Besuch unterrichtet. Kurze Zeit später bekamen wir Informationen zu dem Büro vor Ort, mit der Bitte, uns dort zu melden, wenn wir in Maumere angekommen sind.
Dieser Bitte sind wir dann eine Woche vor dem vereinbarten Besuchstermin nachgekommen. Für genauere Angaben über den Ablauf des Besuches, zu den Geschenken und sonstigen Infos, kamen dann am Tag darauf zwei Mitarbeiter zum Sea World Club.
Wie sich im Gespräch herausstellte, war nur einer der beiden Mitarbeiter bei Plan. Elke ist zurzeit so etwas wie eine freie Mitarbeiterin. Sie kommt aus Hamburg, ist Erzieherin und seit fast vier Jahren in Indonesien unterwegs. Anfang 2011 geht sie nach Deutschland zurück. Sie selber unterstützt zwei Patenkinder (sponsored child) auf Flores. Sie hat in den vergangenen Monaten Seminare für Erzieherinnen abgehalten. Dies ist notwendig, da dieser Erziehungsbereich auf Flores noch in den Kinderschuhen steckt. Elke war zum Übersetzen mitgekommen und freute sich, als wir uns einverstanden erklärten, dass sie mit zum Einkaufen und zum Besuch kommen kann.
Zwei Tage später gab es also ein erneutes Treffen bei dem wir in Maumere zunächst einen Laden besuchten, in dem es außer Lebensmittel alles zu geben schien. Wir entschieden uns zunächst für einen Volleyball, da dieser Vielen die Möglichkeit bietet mitzuspielen. Weiter kaufen wir Zeichen- und Malutensilien in der Hoffnung, Elisabeths Geschmack zu treffen. Um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass es sich um einen Teenie handelt, nahmen wir noch Glitzernagellack mit. Im zweiten Laden kauften wir einen Sack Reis, Zucker, Salz, Nudeln, Tee, Kaffee, Dosenmilch, Kekse, Wasch- und Spülmittel, Zahnpasta, Zahnbürsten usw.
Am Montag, den 27.09. 2010 war es dann soweit, der Tag des Besuches war da. Ich war etwas aufgeregt und daher ganz froh, dass wir zuerst einen Kindergarten, der von Plan unterstützt wird, besuchten. Wir waren überrascht, dass der Raum aussah wie eine Zwergenschule. Kleine Tische und Bänke, ausgerichtet auf eine Tafel die beschrieben war. Alle Kinder trugen eine Uniform. Elke erzählte uns dann, dass von den Dreijährigen schon erwartet wird, dass sie auf den Stühlen sitzen und nach vorne gerichtet sind. Nun, wir haben das nicht erlebt und die Lieder die die Kleinen gesungen haben, wirkten kindgerecht und fröhlich. Zum Abschied gab es einen Ball und Photos.
Nachdem wir auf dem Markt frisches Gemüse und Eier gekauft hatten, fuhren wir nach Krokowolon zu Elisabeths Haus. Die Familie, Nachbarschaft und Freunde saßen auf dem Familiengrab und schauten dem Auto gespannt entgegen. Es machte mir einige Mühe, aus den vielen Gesichtern das Gesicht zu finden, von dem ich nur ein Bild habe. Dann kam uns ein junger, etwas schüchtern wirkender Teenie entgegen und der Planmitarbeiter stellte uns gegenseitig vor. Auch die Mutter von Elisabeth wurde vorgestellt. Wir standen zunächst etwas unbeholfen auf dem Grab herum, dann wurden wir in Elisabeths Haus gebeten. Ein gefliester Raum, die Wände mit Zeitungen tapeziert und einem Schrank, war die gute Stube. Wir setzten uns auf den angenehm kühlen Boden und es begann ein Gespräch darüber, ob wir aufgeregt seien und wie Elisabeth es findet, dass wir zu Besuch kommen. Wir erfuhren, dass von den 7 Kindern der Familie vier mit dem Vater in Kalimantan (indon. Teil v. Borneo) sind um auf den Kokosnussplantagen zu arbeiten. Die anderen zwei, ebenfalls älteren Geschwister, leben in der Nähe. Nachdem einige Sätze ausgetauscht waren, brachte der Fahrer von Plan die Geschenke herein. Mittlerweile war der Raum voll mit Kindern und anderen Erwachsenen, die uns neugierig anschauten. Da wir auch ein Paket Luftballons mitgebracht hatten, konnten wir diese dann an alle an die anderen Kinder verteilen, die diese ganz begeistert entgegennahmen.
Gemeinsam mit Elisabeth und ihrer Freundin Yolinda fuhren wir dann zu einigen anderen Einrichtungen, die von Plan unterstützt werden. Hierbei handelt es sich um Brunnenbauprojekte, Sozialstationen mit Hebamme und Entbindungszimmer und einem Treffpunkt, an dem einmal wöchentlich die Kinder gewogen werden. Ich hatte den Eindruck, dass die Mädchen die Fahrt im feinen Auto sehr genossen. Es gab zwischen uns keinerlei Berührungsängste. Obwohl wir nicht miteinander sprechen konnten, gab es einen intensiven und strahlenden Augenkontakt. Elisabeth ist auf der einen Seite eine ganz normale pubertierende Zwölfjährige die noch etwas schüchtern ist und noch nicht so gut mit fremden Menschen umgehen kann, auf der anderen Seite habe ich auch viel Offenheit gespürt. Sie erzählte, dass sie gerne Sprachen lernen möchte und nach ihrem Berufswunsch gefragt, war Lehrerin die Antwort. Wieder bei Elisabeth zuhause angekommen, nahmen wir ein von Plan herbeigeschafftes Essen ein.
Im Abschlussgespräch stellte sich zu unserer großen Verwunderung heraus, dass wenn die Familie das Schulgeld nicht weiter bezahlen kann, auch Plan hier nicht einspringt. Plan versteht sich mehr als Unterstützung für die gesamte Gemeinde und weniger für das einzelne Kind. Eine Tatsache, die uns bis heute sehr zu denken gibt, da wir den Wunsch haben, unserem sponsored child auch eine gesicherte Schulbildung zukommen zu lassen. Denn mit gut ausgebildeten jungen Menschen kann ein Land sich weiterentwickeln.
Wir haben uns sehr gefreut, ein so sympathisches und freundliches Mädchen als unser Patenkind kennen zu lernen.
1. Die „Zwergenschule“
2. Letzte Einkäufe
3. Erste Annäherung an Elisabeth
4. Mama und Freundin

5. Elisabeth und Freundin

6. Günter und die Jungs auf dem Familiengrab

7. Abschiedsfoto

Egon, der Vulkan

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Seit vielen Tagen kommt das Gespräch hier immer wieder auf den Egon.
Egon ist der letzte aktive Vulkan auf Flores, 1720m hoch und hatte seinen letzten spektakulären Ausbruch im Sommer 2008. Seitdem spuckt er öfter einmal, das letzte Mal vor etwa einem Monat. Dieser Vulkan ist für jeden reizvoll, der einen Berg besteigen möchte, also auch für uns.
Ich hatte vor wenigen Tagen beim Tauchen Wolfgang aus Thüringen kennen gelernt. Wolfgang war in den letzten Jahren schon zweimal oben auf Egon, er wollte wieder hoch und so war der Gedanke geboren, mitzugehen. Nachdem wir mit unterschiedlichen Leuten hier gesprochen hatten, hat Katharina sich entschlossen nicht mitzugehen.
Was aber ist so schwierig bei der Besteigung von Egon? Zuerst einmal die Höhe. Mit dem Auto kommt man auf eine Höhe von ca. 700m, also geht es anschließend 1000 Höhenmeter nach oben – und anschließend natürlich auch wieder runter. 500 Höhenmeter führen durch einen schattigen Wald, der Rest über eine freie Fläche mit steilen Anstiegen und Geröllhalden. Alles in allem kein Spaziergang aber vielleicht eine gute Übung für den Himalaja? Also entschied ich mich, mitzugehen. Wolfgang ist mit seinem Freund Wolfgang hier, beide wollten hoch. Anna, eine junge Biologin aus Deutschland, wollte ebenfalls mit. Also sollte es am Sonntag gegen 6:00 indonesischer Zeit losgehen.
Indonesische Zeit bedeutete, dass es pünktlich um 7:20 losging. Gegen 9:00 waren wir endlich am Anfangspunkt unseres Aufstiegs in 700m Höhe. Unterwegs haben wir noch zwei Guides angeworben, die beide nicht sehr Vertrauen erweckend aussahen. Beide waren aber Cousins von unserem Fahrer, hier ist anscheinend jeder mit jedem verwandt.
Es ist noch anzumerken, dass wir Deutsche mit Treckingschuhen in den schwierigen Anstieg gingen, die beiden Guides und unser Fahrer Emman, der ebenfalls mitging, trugen Flip-Flops, also Badelatschen.
Schon nach wenigen hundert Metern war mir klar, ich hatte mich auf eine mörderische Aktion eingelassen. Für den Aufstieg waren 3,5 Stunden geplant. Der Wald war keinesfalls schattig, wir gingen meistens in der prallen Sonne. Die Temperatur betrug schon kurz nach 9:00 über 30 Grad, oben sollte es aber kälter sein. Der Anstieg war steil und kein sichtbarer Weg zu erkennen. Ohne die Guides hätten wir uns sicherlich verlaufen. Teilweise mussten wir auf dem Weg über Steine von 1mHöhe hochklettern, nachmittags auch wieder runter. Das Ganze war nicht vergleichbar mit den steilen, aber ausgetretenen Wegen im Himalaja. Als wir aus dem Wald herauskamen kletterten wir in einem Steilhang weiter, der viel lose Steine und Felsblöcke hatte. Das Hochsteigen war schwierig und auch gefährlich, aber uns voran immer die Guides in Badelatschen. Ich habe dann die letzten 100 m als besonders schwierig empfunden. Wir gingen auf einem Geröllfeld mit kleinem Geröll am Steilhang quer entlang, es ging auf der einen Seite steil bergab. Wer hier abrutscht hat Pech. Unfälle interessieren hier niemanden. Ich hatte während des Aufstiegs einige Male das Gefühl nie oben anzukommen.
Aber nach 3 Stunden waren wir alle oben, die Temperatur betrug 26 Grad, es war sehr windig und wir hatten den freien Blick auf einen unbeschreiblichen Vulkankrater. Belohnung für die Quälerei waren nach Schwefel stinkende und mit ungeheurem Lärm und Druck Wasserdampf ausstoßende Vulkanöffnungen. Am Rand des Kraters befand sich ein grüner Süßwassersee, im hintern Teil eine große Öffnung vom letzten Ausbruch 2008. Ein Pole der auch oben war, sagte man könne hier bis zum Mittelpunkt der Erde sehen.
Nach etwa einer Stunde ging es wieder runter – und was soll ich sagen, der Abstieg war nicht weniger anstrengend. Mit nur 1,5 l Wasser ausgerüstet, hatte ich bald das Gefühl zu dehydrieren. Wenn uns die Kletterei beim Aufstieg schon schwierig erschienen war, war es jetzt um ein Vielfaches gefährlicher. Dies war gerade beim Geröllfeld der Fall, immer wieder rutschten wir ab und konnten nur mit Mühe und auf allen Vieren auf den „Weg“ zurückklettern.
Ich bin das erste und wohl auch letzte Mal auf diesem Vulkan gewesen und war nach 2,5 Stunden Abstieg froh, dass Auto zu sehen. Natürlich hatte keiner von uns mehr Wasser. Die Rettung war dann eine Polin, die eine Literflasche aus ihrer Tasche zauberte. Wasser ist ein göttliches Getränk.
Auf dem Rückweg haben wir noch eine kurze Pause im Dorf der Guides gemacht, beide sind in Badelatschen gut zurück gekommen, haben einige Kokosnüsse getrunken und gegessen und unseren Vorrat an Arrak aufgefüllt.
Dieser Tag war sehr schwierig für mich und ich war froh, als ich abends auf meinem Bett lag. Wenn ich in diesen 10 Monaten einige meiner Grenzen suche, an diesem Tag habe ich eine gefunden.
1. Egon von der Seeseite

2. Blick aufs Meer


3. Aufstieg im Geröllfeld


4. Dem Krater sehr nahe




5. Der Krater


6. Endlich sind wir oben


7. Unsere Guides


8. Blick zum Mittelpunkt der Erde


9. Der aktive Vulkan

Donnerstag, 23. September 2010

Unsere ersten Tauchtage

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Alle Leser unserer Blogseite, die auch tauchen, werden schon gespannt auf unseren ersten Tauchtag warten. Ich muss gestehen, dass ich hier schon einige Male zu Beach Tauchgängen im Wasser war. Einen Tag war ich auch schon draußen am Korallenriff. Ich zähle diese Tauchgänge nicht, weil sie auf der einen Seite ohne Katharina waren – und wie sollte es auch anders sein – ich mit einer OWD Ausbildung angefangen habe. Das ist nun abgehakt, Ronald hat seine Ausbildung zum OWD super bestanden und wird in den nächsten Tagen seinen Tauchschein bekommen.
Unsere Tauchtage haben Katharina und ich, mit Sonja und Ronald die leider schon wieder in Deutschland sind, mit einem Schnorcheltag begonnen, der nur super war. Die Wassertemperatur liegt bei 30 Grad und schon von oben waren wunderbare Korallenriffe zu sehen, die von unendlich vielen und unterschiedlichem Fischbestand bewohnt sind. Die Pausen haben wir an wunderschönen Sandstränden mit weißem Sand verbracht. Es ist hier noch schöner als wir es uns vorgestellt haben.
Unseren ersten Tauchtag haben wir mit Wilhelmus als Guide begonnen. Er hat hier an allen Riffen weit über 1000 Tauchgänge absolviert. Die Taucher unter euch wissen, damit kennt er jeden Fisch im Wasser. In einer Tauchtiefe von 30 m hat das Wasser noch immer eine Temperatur von 29 Grad, sodass mir ein Shorty ausreicht. Vorwegnehmend ist zu sagen, dass Katharina vom dritten Tauchtag an mit einem 5 mm Anzug taucht (freezing).
Es gibt hier wunderbare Riffe in den Dop Offs, mit Korallen in allen nur denkbaren Farben und Formen. Alle Arten an Weich- und Hartkorallen, wie auch Fischen, die das Buch für Korallen und Fische hergibt, sind hier vertreten. Die Tauchzeit von einer Stunde ist hier im Nu vergangen.
Leider aber gibt es auch hier einiges an Negativem zu berichten. Viele Korallenbänke im Oberflächenbereich bis 20 m sind vom Tsunamie 1992 zerstört worden und beginnen gerade neu zu wachsen. Es ist für uns erschreckend zu sehen, wie langsam Korallen wachsen, wie wenig in den letzten 18 Jahren erst entstanden ist. Ein weiterer Wehmutstropfen sind die Fischer. Leider fischen hier noch immer viele mit Dynamit und zerstören damit großflächig die Korallenbänke, die tausende von Jahren alt sind. Als Folge wandert der Fischbestand ab. Leider ist den „Fishermen“ nur schwer klar zu machen, dass sie sich damit selbst ihre Lebensgrundlage entziehen. Die Regierung verhängt mittlerweile langjährige Gefängnisstrafen für das Dynymitfischen, es wird aber wohl noch dauern, bis diese Maßnahme greift.
Für uns beginnen jetzt einige Tauchtage die nur der Ruhe und Entspannung dienen. Wir genießen das Tauchen im warmen Wasser, in dieser unbeschreiblichen Unterwasserwelt.
Was halt noch unsere Geduld erfordert, ist der Weg zum Tauchplatz. Mit den schmalen und langen Fischerbooten aus Holz ist grundsätzlich gut zu fahren – wenn nicht die chinesischen Maschinen wären. Mit einem Höllenlärm treiben diese ungedämpften Motore mit über 120 dB die Schiffe an, eine Unterhaltung ist dabei unmöglich. Aber wir wollen uns auch in Gelassenheit üben.
Was gibt es zu sehen? Haie und Kugelfische, viele Arten von Feuerfischen von klein bis sehr groß, Muränen und Anemonenfische, Stachelrochen und Schnecken in allen Farben, Delphine und Triggerfische – und alles das, was viele von euch aus den warmen Tauchgebieten kennen, gibt es hier auch.
Als wir am ersten Tauchtag nach dem zweiten Tauchgang auftauchten, gerieten wir an der Oberfläche in einen Wolkenbruch, wie wir ihn selten erlebt haben. Der Regen war kalt, wir froren bis zum Hafen, aber auch das war ein Erlebnis.

1. Strandblick
2. Unsere Schnorcheltruppe
3. Ankerplatz beim Schnorchelausflug
5. Stürmischer Regen nach dem Tauchen
6. Mit Tauchausrüstung im Hafen
7. Unser Tauchboot
8. Der Hafen für das Tauchboot

Mittwoch, 22. September 2010

Nona Mamamia und ihr Konzert

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Das erste Mal hörten wir von Nona wenige Tage vor ihrem Konzert in Maumere. Nona ist ein 17-jähriges Mädchen, das in Indonesien schon ein Idol für viele Kinder, Jugendliche aber auch Erwachse ist. Sie ist regelmäßig im indonesischen Fernsehen zu sehen und hat bei einem Gesangswettbewerb den 3. Platz erzielt. Da der Vater von Nona aus Maumere auf Flores kommt, hat sie auf dieser Insel einen umso höheren Bonus, so etwas wie Heimvorteil. Jedes Kind, selbst in den ärmsten Dörfern, kennt Nona Mamamia. Nona heißt Mädchen, Mamamia ist der Name des Fernsehsenders, in dem sie auftritt. Sie war bereit in Maumere ein Benefizkonzert zu geben, um das Geld für die Belange der katholischen Gemeinde von Pater Hans zu stiften.
Daher hat sie zwei Nächte vor dem Konzert mit ihrer Familie im SWC übernachtet. Die Anwesenheit des jungen Stars sorgte für große Aufregung, besonders unter den Staff Mitgliedern.
Natürlich wollten wir uns das Konzert nicht entgehen lassen und haben daher 2 VIP Karten für die erste Reihe für 200.000 Rph gekauft.
Wir haben Nona zwei Tage vor ihrem Konzert kennen gelernt. Sie wurde uns von Trixie, der Geschäftsführerin des Sea World Club vorgestellt. Sie ist ein sehr sympathisches junges Mädchen, mit der wir ein angenehmes Gespräch geführt haben. Sie ist sehr an Deutschland interessiert, daher haben wir die Mailadressen und unsere Facebook-Adressen ausgetauscht. Wichtig ist es an dieser Stelle noch zu sagen, dass sich bei der Vorstellung herausstellte, dass Nona als Katholikin mit zweitem Namen auch Katharina heißt. Das wird später noch eine wichtige Rolle spielen.
Dann war endlich der Abend des Konzerts da. Wir fuhren nicht zum Beginn um 5:00 dorthin, da man uns sagte, etwas später sei besser. Als wir gegen 7:00 auf dem Konzertgelände ankamen, ging es gerade los. Zeit hat hier halt eine andere Bedeutung. Die Reihen füllten sich aber schnell, es waren über 3000 Besucher auf dem Freigelände. Wir wurden lautstark von einem Moderator durch das Konzert geführt. Es gab einige Solisten und Vorgruppen, die vor Nonas Auftritt für Stimmung sorgten. Es wurde auch viel Werbung für die Sponsoren gemacht. Unter anderem hatte die Honda Vertretung Maumere ein Motorbike zur Verlosung gestiftet.
Gegen 9:00 war es dann soweit, Nona trat auf und sang zwei Lieder im Duett mit Sängern aus den Vorgruppen. Das brachte ihr tosenden Beifall ein. Nach diesem Set ging Nona von der Bühne um sich umzuziehen.
Nun begann die Verlosung des Motorbike. Zu unserer Überraschung wurde immer wieder über Misses Katharina gesprochen, die wohl die Ziehung des Gewinners vornehmen sollte. Der Moderator erklärte, dass Misses Katharina aus dem SWC, die neue Freundin von Nona sei. Langsam schwante uns, wer hier gemeint war. Nun wurden wir von unserer Begleitung angesprochen und Katharina aufgefordert auf die Bühne zugehen, um die Ziehung des Gewinners vorzunehmen. Nach einer kurzen Vorstellung zog Katharina ein 17-jähriges Mädchen als Gewinner.
Danach konnten wir die restlichen Auftritte von Nona verfolgen. Es war ein sehr schöner Abend, der gegen 11:00 beendet war.
Nach dem Konzert trafen wir Nona ein letztes Mal mit ihrer Familie und ihrem Security Stab im Restaurant des SWC. Wir gratulierten ihr zum gelungenen Auftritt und nutzten die Gelegenheit zu einigen gemeinsamen Fotos.


Alle Bilder sind vom Auftritt von Nona, Katharina bei der Ziehung des Geewinners der Honda und letzte Fotos mit Nona.