Unsere Reise nach Süd-Ost-Asien
Unsere Erlebnisse, Eindrücke und Empfindungen auf einem für uns noch geheimnisvollen Kontinent

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Samstag, 18. September 2010

Menschen und Natur auf Flores - Teil 1

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In den letzten Tagen haben uns 3 Themen auf dieser Insel beschäftigt.
Als erstes haben wir Pater Klaus kennen gelernt, der in den Bergen in Banjung lebt und für einige Tage im Sea World Club war.
Pater Klaus ist ein stiller und in sich gekehrter Mann, der bei seiner Arbeit in den Bergdörfern die Ursprünglichkeit der Menschen im Vordergrund sieht. Daher vertritt er auch nicht den Standpunkt der Kirche, die Menschen hier an den katholischen Glauben, wie wir ihn aus Europa kennen und wie Rom ihn verbreiten möchte, anpassen zu müssen. Pater Kurt sucht hier einen Mittelweg. Den katholischen Glauben zu vertreten und gleichzeitig die indigene Kultur / Religion der Menschen auf der Insel beizubehalten. Dies ist sicherlich ein schwieriger Weg, aber wohl nicht nur aus seiner Sicht der einzig machbare. Bei den wenigen Gesprächen, die wir mit Pater Klaus haben durften, fühlten wir immer seine enge Verbundenheit mit den Menschen und seiner sozialen Aufgabe auf der Insel. Er lebt in einer Gegend, in der es einige matriarchalische Dörfer gibt. Er versucht diese Strukturen zu erhalten und in seine Gottesdienste Tanz und die traditionelle Musik zu integrieren. Eine für uns sehr wertvolle Erfahrung.
Wer einmal auf der Insel war, muss den heiligen Berg Kelimuto, einen erloschener Vulkan, kennen lernen. Also haben auch wir uns dieser Aufgabe gestellt und den Ausflug geplant. Mit Sonja und Ronald aus Bad Lauterberg haben Katharina und ich uns am Morgen um 5:00 auf den Weg gemacht. Es war dunkel als wir losfuhren, wir waren müde und hatten keinerlei Vorstellungen warum der Weg von rund 80 km über 3 Stunden dauern sollte. Das wurde uns aber recht schnell klar, als wir in die Berge kamen. Über schmale Straßen die oft für ein Auto zu eng waren musste auch der Gegenverkehr rollen. Die Serpentinen waren so eng, dass es nur im Schneckentempo voranging. Dazu fuhr der Fahrer mit empfundener viel zu hoher Geschwindigkeit. Mir war jedenfalls super schlecht, als wir endlich am Fuß des Vulkans ankamen. Die restliche Strecke ging es in einem Tempo voran, als wenn wir verfolgt würden. Keiner von uns verstand, warum wir so rennen mussten.
Oben wurden wir dann mit einem wunderbaren Panorama entschädigt. Auf dem Kelimuto gibt es 3 Kraterseen in unterschiedlicher Färbung, hervorgerufen durch die Mineralien im Fels und den Einfall des Sonnenlichtes.
Einer der Seen hat immer seine schwarze Farbe. Der zweite See wechselt zwischen dunkelblau und weiß, die Farbe an diesem Morgen war rostbraun. Der dritte See ist blau bis grün, an diesem Morgen war er mintfarben. Es war ein einzigartiger Anblick.
Aber schon 15 Minuten nach unserer Ankunft wurde uns der Grund für die abenteuerliche Autofahrt und das Hochrennen auf den Berg klar. Innerhalb weniger Minuten zogen Wolken auf, bis die Seen nicht mehr zu sehen waren – Glück gehabt und einen erfahrenen Guide.
Nach einem Frühstück ging es dann zurück nach Maumere – und diesmal hatten wir viel Zeit uns die Dörfer auf dem Weg in Ruhe anzusehen. Hier konnten wir die verschiedenen Informationen die wir zur Entstehung der unterschiedlichen Lebensarten bekommen hatten wieder finden. Auf diesem Weg wurde uns klar, dass wir in der kurzen Zeit auf Flores nur einen kleinen Einblick in das Leben auf dieser Insel bekommen werden. Um die Menschen hier wirklich zu verstehen muss man wohl so lange auf dieser Insel leben, wie Pater Heinrich Bollen, Pater Klaus oder Pater Kurt.
Wir fuhren in den Bergen an riesigen Reisfeldern, an Gemüseplantagen und im alten Stil erbauten Dörfern vorbei. Die Arbeit auf den Feldern wird von Menschen und wie in früheren Zeiten noch immer von Büffeln gemacht. Technik ist hier nicht zu sehen.
Wer die Menschen auf Flores verstehen will, sollte sich Zeit nehmen, auch ihre starke Verwurzelung mit ihrem Glauben zu sehen. Also ließen wir uns vom Guide auf den Berg der Maria am Rande von Flores fahren und haben uns hier den Wallfahrtsort der Katholiken angesehen. Rund um eine 20m hohe Marienstatue waren viele christliche Statuen und Symbole aufgebaut, ein Ausdruck des tiefen Glaubens auf dieser Insel.
Am späten Nachmittag kamen wir erschöpft aber mit vielen neuen Eindrücken im SWC an und haben uns vorgenommen nun erst einmal 2 Tage zu faulenzen.
Bilder: 1. Mintfarbener und rotbrauner See; 2. Mintfarbener See; 3. Schwarzer See; 4. Wolken sind aufgezogen; 5. Arbeiten auf dem Reisfeld; 6. Traditionelle Bauweise; 7. Wasserbüffel beim Reisanbau; 8. Jesus am Ölberg; 9. Zwanzig Meter hohe Madonna;











Donnerstag, 16. September 2010

Das Hinterland auf Flores

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Flores ist eine Insel, die zwei Hauptreligionen hat. Rund 85% der Einwohner sind katholisch, die restlichen 15% sind Moslems. Auf dieser Insel vertragen sich diese beiden Religionen gut, es gibt keine Fundamentalisten und der gegenseitige Respekt ist deutlich spürbar.
Weitaus komplizierter sind die vielen unterschiedlichen Volksgruppen, die in den Dörfern in einem Mix aus ihren sehr unterschiedlichen indigenen Ursprüngen und dem katholischen Glauben leben. Das Verschmelzen dieser beiden kulturellen Aspekte des täglichen Lebens ist den Patern auf dieser Insel in Zusammenarbeit mit den indonesischen Geistlichen gelungen.
Dennoch leben die Menschen in den Bergen auf dieser über 500 km langen Insel anders als im Küstenbereich. Es gibt auf der Insel viele unterschiedliche Sprachen, sodass eine flächendeckende Verständigung nicht immer gewährleistet ist.
Was hier besonders auffällt, sind matriarchalische Strukturen, die in einigen Dörfern strikt gelebt werden. Hier leben die Katholiken nicht mit Gott, der als Mann nicht ihrer Religion vorstehen kann. Daher wurde er durch die Mutter Maria ersetzt und schon passt die Struktur wieder.
In den Bergdörfern sind ursprüngliche Traditionen beibehalten worden, beispielsweise das Weben der Ikat Stoffe. Die Menschen in den Bergdörfern befassen sich mit dem Ackerbau, dem Anbau von Reis, Mais und Gemüse. Sie pflegen die alte Tradition des Webens neben ihrer Arbeit auf den Feldern.
Wir haben uns ein solches Dorf in den Bergen angesehen. Dort hinzukommen ist schon ein Erlebnis. Straßen und Wege sind in einem so schlechten Zustand, dass selbst eine Strecke von 15 km mit dem Auto über eine Stunde dauert.
Im Dorf selber wurden wir mit alten Ritualen als Gäste begrüßt. Neben dem Tanz der Frauen und Männer ist es üblich, zur Begrüßung mit den Dorfältesten zu rauchen, Betelnuss zu essen und Arrak zu trinken. Auch hier sind wir als Europäer noch selten für die Bewohner, sodass wohl fast jeder zu unserer Begrüßung und Betrachtung erschienen ist.
Nach dem Begrüßungsritual wurde uns gezeigt wie die Baumwolle zu Garn verarbeitet wird. Das Einfärben geschieht mit unterschiedlichen Pflanzenfarben (Indigo, Rotwurzeln, gelbe Wurzeln).
Aus dem Garn werden dann die Stoffe handgewebt. Jede Familie hat hier ihre eigenen Farben und Muster, sodass immer erkennbar ist, wer welchen Stoff hergestellt hat. Nach der Vorstellung dieser handwerklichen Arbeit wurden wir mit vielen Worten, mit Musik, Gesang und Tanz verabschiedet. Es ist noch anzumerken, dass ein Teil des Geldes, das wir für diesen Ausflug bezahlt haben, an das Dorf ging.
Am Abend haben wir dann in unserer Wohnanlage an einer Vorführung traditioneller Musik aus dem Dorf Waiara teilgenommen. Hier war anders als am Tag im Bergdorf deutlich der portugiesische Einfluss auf die Musik zu hören. Die Männer trugen allerdings alle Röcke aus den gewebten Ikat Stoffen. Der portugiesische Einfluss wurde auch im Tanz der jungen Menschen vom Service deutlich sichtbar.
Bilder: 1. Bunter und rhythmischer Empfang; 2. Langnasen sind für alle interessant; 3. Die Damen in ihren selbst gewebten Ikat Stoffen; 4. Das Spinnen von Garn; 5. Weben im traditionellen Stil; 6. Am Abend mit Musik und Tanz;


Dienstag, 14. September 2010

Auf dem Markt und das Gewitter

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Irgendwo in unserem Blog haben wir geschrieben, dass wir nicht in der Hauptsache über Sehenswürdigkeiten berichten wollen. Unser Bericht soll sich mit den Menschen der Länder beschäftigen, die wir bereisen. Aber wie lernen wir diese Menschen kennen?
Es gibt dafür nur einen Weg, also hinein in den Alltag von Flores.
Am Samstag haben wir uns einen Wagen gemietet, der uns nach Maumere, die Hauptstadt der Insel, gebracht hat. Zuerst waren wir im Roxy, dem Kaufhaus am „Platz“. Hier gibt es sehr viel zu kaufen, was wir aus europäischen Läden kennen. Wir haben nach After Sun gesucht und nicht gefunden. Dann hat Katharina versucht, mit der Sprache klappt es noch nicht so richtig, mit Gesten unser Anliegen klar zu machen. Dies führte zu viel Gelächter bei allen, dennoch haben wir das After Sun bekommen. Dieses Produkt ist hier allerdings nicht sehr gefragt.
Anschließend ging es auf den Markt. Vielleicht sollten wir noch sagen, dass Englisch als Sprache nicht so sehr verbreitet ist, wie wir hofften und unser Indonesisch ist noch sehr kläglich.
Also mussten wir beim Kauf von T-Shirts auch wieder mit Händen und Füssen arbeiten, was gerade bei den Preisverhandlungen oft zur allgemeinen Heiterkeit und zu großen Menschenaufläufen führt. Kinder im schulpflichtigen Alter stellen sich gerne als Übersetzer zur Verfügung. Mit diesen macht es viel Spaß, ein paar Sätze in einem Sprachenmix zu wechseln. Hierbei wird uns immer wieder bewusst, wie freundlich, offen und uns zugewandt diese Menschen sind.
Da Flores von Touristen noch nicht überlaufen ist, sind wir hier als „white skins“ noch sehr auffällig. Die Mutter die ein weinendes Kind auf dem Arm hatte, brauchte diesem nur Katharina zu zeigen, dass Kind riss erstaunt die Augen auf und vergaß weiter zu weinen.
Abenteuerlich war dann unsere Rückfahrt zum Hotel im Bemo. So eine Fahrt kostet die Einheimischen 5000 Rph, uns dagegen 10000Rph (ca. 80 Cent). So ein Bemo ist ein Kleinbus von der Größe eines Touran und ist mit 10 Sitzplätzen an den Seiten ausgestattet. In der Regel werden damit aber bis zu 20 Personen transportiert. Weitere Plätze gibt es auf dem Dach und an den Seiten, wenn man etwas zum Festhalten findet. Natürlich nimmt jeder sein Gepäck und seine Tiere (Schafe, Ziegen, Hühner und Schweine) mit.
Wir haben den Transport gut überstanden und viel dazugelernt.
Wir haben für unseren Aufenthalt auf Flores die Trockenzeit gewählt, zwischen April und Ende Oktober. Seit wir hier sind regnet es allerdings sehr häufig. Niemand kann uns sagen warum das so ist. Vermutlich hängt es aber mit der Klimaerwärmung zusammen und macht vielen Menschen auf Flores große Sorgen. Die Folgen sind auch in der Regenzeit zu spüren, im Februar hat es kaum geregnet, sodass fast die gesamte Ernte vertrocknet ist.
Dafür hatten wir am Montag sintflutartige Regenfälle mit schweren Gewittern über der See, die an diesem Tag zu langen Stromausfällen geführt haben.

Bilder: 1. Verhandlungen auf dem Markt; 2. Boote auch für Wind und Wetter; 3. Gewitter über Flores; 4. Am Abend im Restaurant mit Sonja



Dienstag, 7. September 2010

Unsere ersten Eindrücke von Flores

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Am 02.09. 2010, unserem zweiten Tag auf der Insel Flores, hatten wir unser erstes Erdbeben in Südostasien. Uns hatte niemand informiert, was in einem solchen Fall zu tun ist. Also hat Katharina weiter in der Rezeption Bücher ausgesucht, während alle anderen raus rannten. Es gibt noch einige Probleme mit der Verständigung untereinander.
Unsere Probleme mit dem Trinkwasser und dem warmen Wasser zum Duschen sind gelöst. Nach wie vor gibt es noch erhebliche Probleme mit dem Internet. Das Erdbeben hat wohl einige der Verbindungskabel zerstört, keiner weiß hier allerdings welche und wo. Die Bereitschaft die Fehler zu suchen und zu beseitigen ist auch nicht sehr groß, es kann wohl etwas dauern.
Pater Bollen ist ein Mensch der seinen Gästen alles von seiner Insel und von „seinen Kindern“ zeigen möchte. Also haben wir seine Einladung zum Besuch eines seiner Kinderheime angenommen. Auf dem Weg dorthin waren wir kurz im „Roxy“, dass neue Kaufhaus in Maumere, vergleichbar in Deutschland mit Kaufland oder Hit. In den nächsten Tagen werden wir uns dies genauer ansehen.
Dann ging es weiter nach Westen, aus Maumere heraus. Hier wollte uns der Pater noch das neue Haus von Anton und Linus zeigen, das er für diese beiden schwer behinderten Männer gebaut hat. Beide sind mit 5 Jahren an Polio erkrankt und seitdem behindert. Das Haus liegt im Gebiet der durch die Regierung umgesiedelten Tsunamieopfer. Hier springt uns die Armut direkt ins Auge. Das Hauptproblem ist wohl, dass die Menschen die früher an der Küste gelebt haben nun in die Berge umgesiedelt wurden und einfach nicht wissen, was sie da arbeiten sollen.
Keine Arbeit – kein Geld – Armut – viel Müll – Schmutz – Gestank- Krankheit!
Danach ging es zum Kinderheim. Hier leben die Kinder nicht auf Dauer, sondern nur für eine bestimmte Zeit. Danach gehen sie zurück in ihre Dörfer, zu ihren Familien. Entsprechend ist die Unterbringung – einfach und auf niedrigstem Standard um das Zurück in die Dörfer nicht zu erschweren.
Die Begrüßung war ein echtes Erlebnis. Rund 30 Kinder hatten sich aufgestellt und haben uns mit Liedern begrüßt. Egal ob groß oder klein, alle haben mitgesungen und sich wohl auf die Kekse gefreut, die wir danach verteilt haben.
Es gibt hier Kinder die unterernährt, krank oder behindert sind. Die Unterernährten werden aufgepeppelt, bei den Kranken stehen Operationen, Krankenhausaufenthalte oder gezielte Pflegen an. Ein kleines Kind wartet auf die OP seiner Hasenscharte, alles Dinge die in den Dörfern nicht gemacht werden. Uns wird klar, dass in diesem Teil der Welt kranke oder behinderte Kinder ignoriert und versteckt werden, niemand interessiert sich dafür – und die Eltern schämen sich.
Dieser Eindruck wird bei unserer Fahrt über die Insel immer mehr verstärkt. Es scheint so, als ob die Entwicklung der Welt an dieser Insel vorbeigegangen ist. Umso mehr sind die Initiativen der Pater und sonstigen Freiwilligen zu würdigen, ohne die es hier wohl keine soziale Arbeit geben würde.
Der Besuch in einem Fischerdorf in der Nähe von Maumere zeigt auch den Überlebenskampf dieser Menschen, die nur mir dem Nötigsten zu leben scheinen. Wir fragen uns langsam, wer auf dieser Insel das Geld hat, wo die Reichen leben? Bisher konnte uns noch niemand sagen weshalb diese keine soziale Verantwortung übernehmen.
Die Regierung ist korrupt, die Polizei ist desinteressiert. Es scheint niemand für die soziale Entwicklung zuständig zu sein.
Und dennoch hat diese Insel auch ein anderes Gesicht. Menschen die uns offen begegnen, die immer ein Lächeln zeigen und mit uns reden, wenn wir sie ansprechen. Bei uns entsteht nie der Eindruck abgelehnt zu werden oder hier nicht willkommen zu sein.
Wir machen uns auf, zu einem Marktbesuch am Vormittag. Es ist fast unerträglich heiß, dennoch ist die Straße auf beiden Seiten auf einer Länge von fast 3 km mit Verkaufsständen voll gestopft. Eine Polizistin spricht uns auf der Strasse an, in einer Mischung aus gutem Englisch und verständlichem Deutsch. Ein interessantes Gespräch mit neuen Eindrücken für uns. Zwischen großen Menschenmassen die hier einkaufen, fahren Autos, aber mehr noch hunderte von Mopets, die als Fortbewegungsmittel dienen. Fast jeder scheint hier ein solches Mopet zu haben.
Auf dem Markt ist fast alles zu bekommen, alt und gebraucht gibt es am meisten, Fisch und Gemüse in großen Mengen. Fleisch gibt es hier nur lebendig, schlachten macht jeder selbst.
Das Verhältnis zu Tieren ist hier eben ein anderes als bei uns, hier fahren die Pferde sogar im Bus mit.

Bilder von links oben nach rechts unten:
1. Im Kinderheim von Maumere; 2. Fischer leben auf ihren Booten; 3. Erklärungen von Pater Bollen im Hafen; 4. Der Markt am Vormittag; 5. Unsere Polizistin auf dem Markt; 6. Mopeds auf dem Markt
























Sonntag, 5. September 2010

Angekommen und erste Kontakte

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Endlich haben wir Zugriff auf unseren Blog und können den ersten Reisebericht einstellen!!


Am Montagmorgen ging es mit der Bahn los nach Frankfurt, von da aus mit der Asia Airlines weiter nach Taiwan. Der Flug dauerte 13 Stunden und war super. Der Flieger war nur zur Hälfte ausgelastet, so konnte Katharina auf den Mittelsitzen schlafen und kam recht entspannt in Taipeh an. Dort war unser Aufenthalt recht kurz. Wir mussten nur 2 Stunden warten, bis es in einem 5-stündigen Flug weiterging nach Denpassar auf Bali. Bali ist ein Hexenkessel aus Menschen, Mopets und Autos und hat uns sehr an Kairo erinnert.
Wir wurden am Flughafen nicht wie versprochen abgeholt und mussten uns selbst ein Taxi zum Hotel suchen. Verhandlungen mit den Taxifahrern liegen uns noch nicht und so haben wir nach zähen Preisverhandlungen einen Fahrpreis von 100000 Rupien erkämpft. Eine stolze Leistung für uns. Wie sich im Nachhinein herausstellte, leider noch immer das 8-fache des regulären Preises. Auch im Hotel war es dann schwierig in das Zimmer zu kommen, warten ist hier nichts Ungewöhnliches. Die Menschen haben eine für uns Europäer nicht nachvollziehbare Arbeitsweise. Alles geht langsamer, dafür hat fast jeder die Zeit für ein Lächeln oder ein Gespräch.
Am nächsten Tag ging es weiter nach Flores. Leider ist auch hier die Romantik verloren gegangen. Das Propeller Flugzeug ist gegen eine vierstrahlige Düsen Maschine ausgetauscht und so dauert der Flug nur noch 80 Minuten.
Hier wurden wir am Flughafen in Maumere erwartet und kamen so schnell in den Sea World Club, der für die nächsten 6 Wochen unser zuhause sein wird. Der Club wird seit 25 Jahren von Pater Heinrich Bollen aus Deutschland geleitet. Der heute 81-jährige Pater unterstützt damit viele Sozialprojekte auf Flores.
Hier geht alle etwas langsamer als in Deutschland, Stress und Hektik sind unbekannt, jeder hat Zeit für den anderen.
Wir haben Sonja und Ronald aus Bad Lauterberg im Harz getroffen, mit denen wir hier die Tage verbringen. Unser Cottage ist klein und zum Wohnen für die nächsten Wochen ausreichend. Stromausfälle sind an der Tagesordnung, dann geht nichts mehr. Ohne Strom gibt es kein Wasser, weil die Pumpen ausfallen.
Am ersten Abend waren wir bei Pater Bollen zu einem „sundowner“ eingeladen. Diese Treffen mit den deutschen Gästen finden jeden Mittwoch und Sonntagabend statt. Hier wird wirklich über Gott und die Welt gesprochen. Es ist interessant und spannend. Der Pater ist seit 50 Jahren auf der Insel und weiß viel zu erzählen. Mit ihm zusammen arbeitet Pater Klaus an sozialen Projekten. Er ist mittlerweile auch schon seit 35 Jahren hier und gehört ebenfalls zu den Gästen des „sundowners“.
Wir fühlen uns hier mittlerweile sehr wohl und werden in den nächsten Wochen noch viel zu berichten haben.
Jedenfalls wird es kein Beach Urlaub werden, morgen werden wir ein Kinderheim vom Pater auf der Insel besuchen und anfangen uns hier umzusehen.

Sonntag, 29. August 2010

Noch einmal schlafen

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Die Rucksäcke einwickeln, die letzten persönlichen Dinge noch wegpacken, Handgepäck ein- und wieder auspacken, rumlaufen, hier noch was und da noch was. Ein Glück, dass heute Sonntag ist und alle Läden dicht sind. So kann dann auch kein weiteres Geschenk für Yanti Elisabeth gekauft werden, die wir am 27. September besuchen werden. Ich bin so aufgeregt.
Die letzten Wochen sind voller „Auf Wiedersehen“.
Am Donnerstag waren wir in unserem Lieblingsrestaurant Chang Thai in Bad Neuenahr (vielen Dank an meine lieben Kollegen) und Günter erzählte der Besitzerin, dass wir bald für 10 Monate in Asien sein werden. Ihre Reaktion darauf war, „Hüe op“, im tiefsten Dialekt. Wir werden diese Tiefen der Sprache in unseren Besucherländern leider nicht erreichen. Es war lecker wie immer und hat unsere Vorfreude nur verstärkt.
Unsere Freunde von „Land in Sicht“ haben wir am Wochenende davor verabschiedet, ein gelungener gemeinsamer Tag, der Lust auf`s Wiederkommen machte.
Am Freitag wurden wir bei einem kleinen Abschiedesfest von den Nachbarn bekocht (Dank an die Freunde aus der Harbachstrasse und an Klaudia für die Muffins). Mama Edith brachte was zum Pflegen, Kusine Sabine was zum schön machen, Birgid die Erhellung und Lukas einen riesigen leckeren Salat.
Aus dem fernen Münster erreichte uns ein Abschiedspaket mit herzlichen Wünschen und pflegenden und hegenden Zutaten für unsere lange Reise - vielen Dank euch Allen.
Heute am Sonntag gibt es noch aller-aller-allerletzte Telefonate mit den Kindern, ein Live-Abschied von Edith und Lukas und dann starten wir morgen um 6:19 vom Hauptbahnhof Sinzig über Koblenz nach Frankfurt.
13 Stunden bis Taipé, von dort 6 Stunden weiter bis Bali. Hier haben wir eine Übernachtung, um dann gegen Mittag von Denpassar (Bali) nach Maumere (Flores) zu fliegen Wir werden also voraussichtlich am Mittwoch, um 15:00 unser neues Domizil im Sea-World-Club erreichen. Bei euch ist es dann übrigens Mittwochmorgen 8:00 - weiter sag ich da jetzt nichts zu.


Und morgen um 11:20 sind wir mit dem Flieger der Asien Airlines unterwegs!


Viele Grüße und bleibt gesund


Katharina & Günter

Freitag, 13. August 2010

Der Countdown läuft

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Heute in 3 Wochen sitzen wir schon auf Flores in der Sonne und haben unser erstes Ziel erreicht.
Mir ist ein wenig mulmig zumute, wenn ich an die Abreise denke. Das hat mit den Vorbereitungen wenig zu tun. Fast alle die Dinge, die uns in den letzten Wochen so intensiv beschäftigt haben, sind erledigt. Unsere Pässe mit Visa sind zurück. Die Vermietung des Hauses ist geklärt, es ist jetzt sicher, dass während unserer gesamten Abwesenheit das Haus bewohnt sein wird. Die Autos sind verkauft oder vermietet.
Unsere Impfungen sind fast erledigt und die letzten Gesundheitschecks vorbei. Leider ging es mir gesundheitlich nicht so gut, hier war noch eine ärztliche Untersuchung nötig.
Das Wochenende mir den Kindern war sehr schön, wenn auch in einigen Phasen anstrengend für uns alle. Wir haben eine lange Wanderung durch die Eifel gemacht, sonst haben wir alle wohl mehr abgehangen, viel geredet und uns ausgeruht.
Als vorgezogenes Geburtstagsgeschenk für Katharina, hat ihr ihre Mutter ein Mittagessen geschenkt.

Gemeinsam haben wir am Sonntag im Restaurant am Laacher See mit der ganzen Familie gegessen. Es war ein sehr schönes Zusammensein.
Wir treffen uns noch mit Katharinas Arbeitskollegen am Wochenende und feiern auch noch ihren Geburtstag im kleinen Kreis. Das werden unsere letzten Aktionen hier in Deutschland sein.
Zum Tauchen sind wir leider nicht mehr gekommen, ich hoffe aber, dass wir beide es noch können. Auf Flores haben wir sonst genug Gelegenheit zum trainieren.
Mit dem Englisch klappt es nun auch schon recht gut. In Harvard wären wir chancenlos, im Gespräch ist die Verständigung schon sehr gut. Auch hier können wir auf Flores noch viel üben.
Wir werden uns einige Tage vor dem Abflug, am 30.08.2010 um 11:20 von Frankfurt aus, noch einmal mit einem letzten Blog aus Deutschland bei allen melden.
Der übernächste Blog kommt dann schon von Flores.